Wie wir Tag für Tag manipuliert werden
und was wir dagegen tun können
Wir leben in einer Welt der Verführungen. Politiker und
Banker, Verliebte und Chefs, Eltern und
Weltverbesserer, Lehrer und Gebrauchtwagenhändler –
sie alle und noch viele mehr sind darauf aus, ihre
Haltungen und Absichten zu unseren zu machen.
Verheißen werden Zuspruch, Liebe, Profit. Auf jeden
Fall eine Menge guter Gefühle. Als Preis für ihre
vermeintlichen Wohltaten haben es Verführer und
Manipulierer vielleicht nur auf unser Portemonnaie
abgesehen, wahrscheinlicher aber auf unsere Seele.
Ganz sollen wir vereinnahmt werden – als Kunden,
Wähler, Fans und Jünger.
Vertrauen wird erschlichen, Gedanken werden ersetzt,
Weltbilder retuschiert: »Mein Wille geschehe!«
Inzwischen hat sich eine rege Science of Change, eine
Wissenschaft der gezielten Manipulation und
Meinungsmache, gebildet, in der vor allem Psychologen
und Neurowissenschaftler Methoden entwickeln, die uns
einzeln und als Masse auf Kurs bringen sollen.
Wir wissen das auch, ahnen es zumindest. Das Gefühl,
Opfer absichtlicher Täuschungen zu sein, ist diffus,
aber offenbar allgegenwärtig - und für das Fundament
unserer Gesellschaft so ätzend wie Säure: Drei Viertel
der Deutschen haben das Vertrauen in unser politisches
und wirtschaftliches System bereits ganz und gar
verloren. So eine neuere Untersuchung zur Lage.
Die heftigen ›bürgerlichen‹ Auseinandersetzungen um
das Bahnhofsprojekt ›Stuttgart 21‹ und verlängerte
Laufzeiten für Kernkraftwerke nach den schweren
Unglücken in japanischen Nuklearanlagen im März 2011
zum Beispiel bestätigen das Ausmaß sozialer
Zersetzung quer durch die Gesellschaft. Nicht zufällig
wurde ›Wutbürger‹ von der Gesellschaft für deutsche
Sprache zum Wort des Jahres 2010 gewählt.
Wem oder was aber wird vor allem die enttäuschte und
entfremdete ›Mitte der Gesellschaft‹ demnächst ihr
Vertrauen schenken, während das ›abgehängte
Prekariat‹ Bohlen-Sprüche konsumiert und die nicht
weniger abgehängte und auf ihre Art asoziale
Oberschicht auf Sylt oder am Starnberger See golft?
Welchen Verführern wird unsere Gesellschaft, werden
wir aufsitzen?
Nie in der Menschheitsgeschichte sei eine Gesellschaft
unwissend und zugleich frei gewesen, und nie werde es
eine sein. Thomas Jefferson schrieb das, der Verfasser
der Unabhängigkeitserklärung und spätere
amerikanische Präsident.
Trotz aller sozialen Veränderungen gilt diese Mahnung
fast zweihundert Jahre später noch genauso. Auch
heute steht nicht weniger als unsere Freiheit auf dem
Spiel.
© Frank Ochmann 2011
Gebundene Ausgabe mit
Schutzumschlag, 240 Seiten
Gütersloher Verlagshaus
Mai 2011
ISBN: 978-3-579-06748-3
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] |
CHF 30,90* (empf. VK-Preis)
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